Energiepolitik
21.02.2018

Zypries drängt zu mehr Energieeffizienz in Unternehmen

Foto: BMWi/S.Eriksson, Startseite: Creative Commons/GMH
Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries

Noch-Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries legt der künftigen Bundesregierung nahe, mehr für Energieeffizienz in Unternehmen zu tun. Auf mehr Fördergeld können Firmen aber nicht hoffen.

Das Wirtschaftsressort geht in der kommenden Bundesregierung an die CDU. Brigitte Zypries (SPD), die noch amtierende Chefin des Hauses, legt ihrem Nachfolger vorsorglich nahe, sich besonders um Energieeffizienz in Unternehmen zu kümmern. "Ich wünsche mir, dass die neue Bundesregierung hier einen Punkt setzt." Wer künftig das Wirtschaftsministerium verantworte, müsse "das Programm Energieeffizienz weiterführen", sagte Zypries im Gespräch mit dem Magazin bizz energy am Rande einer Veranstaltung in Berlin.

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Im Koalitionsvertrag hatten CDU/CSU und SPD "eine ambitionierte und sektorübergreifende Energieeffizienzstrategie" unter dem Motto "Efficiency First" vereinbart und sich zum Ziel gesetzt, den Energieverbrauch in Deutschland bis 2050 um 50 Prozent zu senken.

"Noch stärker motivieren"

Zypries legte nun nach: "Wir müssen Unternehmen noch stärker motivieren, Energieeffizienz umzusetzen, sagte sie bei einer Ehrung neuer Mitglieder der Initiative "Klimaschutz-Unternehmen" im Bundeswirtschaftsministerium. Dabei gehe es aber nicht vorranging um monetäre Anreize: "Die Unternehmen sind selbst gefordert." Die Bundesregierung könne aber helfen, indem sie die Effizienzleistungen der Unternehmen sichtbar mache.

Zypries sagte, es sei zu prüfen, ob der Staat Gelder für Effizienzförderung bisher richtig ausgegeben habe. Union und SPD hatten bereits im Koalitionsvertrag eine Evaluierung bestehender Programme angekündigt. Auf eine Erhöhung der Effizienz-Fördermittel insgesamt können Unternehmen nicht hoffen. Im Vertragstext ist lediglich von einer Stabilisierung "auf derzeitigem Niveau" die Rede. Der Ministerin zufolge will die Große Koalition aber gezielt die Entwicklung von Effizienztechnologien fördern.

Investitionen in Maschinen und Anlagen

Ein Viertel des Endenergieverbrauchs in Deutschland findet nach Daten der bundeseigenen Förderbank KfW in industriellen Produktionsprozessen statt. Die KfW hat jüngst ihr Effizienzförderungsprogramm für diesen Sektor bewerten lassen. Demnach haben die unterstützten Unternehmen ihren Energieverbrauch in den Jahren 2015 und 2016 um jährlich 1.110 Gigawattstunden verringert und ihren Ausstoß von Treibhausgasen um 413.000 Tonnen pro Jahr gesenkt.

Die Bank förderte in den beiden Jahren im Rahmen des Programms rund 700 Effizienzprojekte in Unternehmen. 94 Prozent des Fördergelds flossen in Investitionen in Maschinen, Anlagen und Prozesstechnik. Angaben zum Fördervolumen machte die KfW nicht.

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Christian Schaudwet
Keywords:
Energieeffizienz | Koalitionsvertrag
Ressorts:
Governance

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