Öl und Gas
02.01.2018

Wintershall will im unruhigen Iran Erdöl fördern

Foto: Wintershall
Wie hier in Libyen könnte Wintershall bald auch im Iran ins Ölgeschäft kommen.

Noch ist offen, wie die neuen Proteste im Iran Politik und Wirtschaft beeinflussen. Doch die BASF-Tochter Wintershall will nach iranischen Medienberichten ein Ölfeld erschließen.

Als erstes deutsches Öl- und Gasunternehmen möchte Wintershall nach dem Fall der internationalen Sanktionen gegen den Iran in dem Land investieren. Der iranischen Zeitung „Financial Tribune“ zufolge bemüht sich das Kasseler Unternehmen um eine Erschließungslizenz für das Ölfeld Sohrab in der südwestlichen Provinz Chuzestan. Wintershall warte auf den Entscheid der nationalen Ölgesellschaft NIOC, berichtete das Blatt unter Berufung auf NIOC im November 2017.

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Wintershall will die Information auf Anfrage des Magazins bizz energy derzeit weder bestätigen noch dementieren. 2016 hatte die Tochtergesellschaft des Chemiekonzerns BASF mit NIOC eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit unterzeichnet. Der iranischen Nachrichtenagentur Shana zufolge bezog sich diese auf Ölfelder im Westen des Iran.

Proteste auch in Ölregion

Die seit mehreren Tagen zunehmenden politischen Proteste gegen die iranische Führung werfen Fragen nach der politischen Stabilität des Landes auf und dürften in der Kasseler Wintershall-Zentrale aufmerksam verfolgt werden: Auch in Ahwaz, der Hauptstadt der Provinz Chuzestan, gingen Demonstranten auf die Straße. Zudem bezichtigten sich arabische Separatisten eines Bombenanschlags auf eine Ölpipeline in Chuzestan. Meldungen über den Anschlag wurden von iranischen Behörden nicht bestätigt. In der Region lebt eine zahlenmäßig starke arabischsprachige Minderheit.

Wenn Wintershall seine Pläne im Iran weiterverfolgt, könnte das Unternehmen mit dem russischen Konzern Gazprom kooperieren, mit dem es sich bereits bei der Erdgasförderung in Sibirien und beim Betrieb der Gaspipeline Nord Stream 1 durch die Ostsee zusammengetan hat.

Kooperation mit Gazprom?

Gazprom ist im Iran bereits weiter als sein deutscher Partner: Vorstandschef Alexej Miller und der iranische Ölminister Bijan Namdar Zangeneh unterschrieben Mitte Dezember einen gemeinsamen Entwicklungsplan für Erdgasprojekte. Außerdem soll Gazprom sich am Bau von Erdgas-Verflüssigungsanlagen beteiligen, die dem Iran den Export von Erdgas per Schiff ermöglichen würden.

Iran versucht, seine während der internationalen Sanktionen bis Anfang 2016 von ausländischer Technologie abgeschnittene Öl- und Gaswirtschaft mithilfe internationaler Partner zu modernisieren. Unter den Interessenten sind neben Gazprom und Wintershall die Ölkonzerne Total (Frankreich), Petronas (Malaysia) und Pertamina (Indonesien).

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Christian Schaudwet
Keywords:
Iran | Erdöl | Erdgas
Ressorts:
Governance | Markets

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