Energiespeicher
19.06.2013

Windstrom-Bündnis fordert Speicherausbau

Depositphotos.com, Philipus
Ein alter Gasometer könnte zum neuen Stromspeicher werden.

Eine Allianz aus Unternehmen und Verbänden formuliert ein klares Ausbauziel für Anlagen, die überschüssigen Ökostrom in Gas umwandeln. So könnten die Speicherkosten in zehn Jahren um 70 Prozent sinken.

Ein Zusammenschluss von 30 Unternehmen und Verbänden, darunter Konzerne wie Eon, EnBW und Wingas, plädiert dafür, schnell die Weichen für eine großtechnische Umwandlung von Methan und Wasserstoff aus Ökostrom zu stellen. Ziel sollte es sein, bis 2022 rund 1.000 Megawatt Anlagenleistung zu installieren, heißt es in einem Eckpunktepapier, dass die Deutsche Energieagentur (Dena) veröffentlicht hat. 

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Das neue Bündnis fordert demnach ein Markteinführungsprogramm sowie die Anrechenbarkeit von erneuerbarem Wasserstoff und Methan auf die Biokraftstoffstoffquote und ab 2015 auf die Treibhausgasminderungsquote. Die Power-to-Gas-Methode biete einen langfristigen Lösungsansatz „zur Systemintegration regenerativer Energieerzeugung unter den Maßgaben des energiepolitischen Zieldreiecks – Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkei“, heißt es in dem Papier. 

Speicher nicht als Letztverbraucher belasten

Der Wind- und Sonnenstrom werde durch diese Technologie im Erdgasnetz gespeichert und bei Bedarf vielseitig genutzt – beispielsweise in Fahrzeugen, Industrieanlagen, Heizungen oder Kraftwerken. Das sei ein wichtiger Beitrag zum Erreichen der energiepolitischen Ziele der Bundesregierung, sagte Dena-Chef Stefan Kohler. „Deshalb sollten wir alles dafür tun, diese Systemlösung schnell auszubauen und auf dem Markt zu etablieren. Unter den aktuellen Rahmenbedingungen ist das noch nicht möglich."

Wichtig sei vor allem, Abgaben für Speicher als Letztverbraucher zu erlassen, um eine doppelte Belastung zu vermeiden. Das fordern Unternehmen, die bereits an der Power-to-Gas-Lösung arbeiten. Pumpspeicherkraftwerke seien beispielsweise von diesen Abgaben befreit, sagt Gunnar Wrede vom Berliner Start-up Younicos. Nur so können sie bereits heute wirtschaftlich arbeiten. 

Kosten könnten stark sinken

Den noch ist die Speicheroption „Power to Gas“ alles andere als billig, und rechnet sich sowieso nur mit kostenlosem Überschussstrom. Durch die Umsetzung von Anlagen mit einem Volumen von 1.000 Megawatt installierter Leistung könnten die Kosten von derzeit 3.600 Euro pro Kilowatt elektrische Leistung auf rund 1.000 Euro in gut zehn Jahren gesenkt werden. 

Dadurch könnten pro Jahr bis zu vier Terawattstunden Ökostrom aufgenommen werden, das entspricht knapp einem Prozent des deutschen Strombedarfs. Daraus ließen sich bis zu 800 Millionen Kubikmeter Wasserstoff erzeugt. Für eine solchen Marktanschub seien derzeit Investitionen von rund 1,7 Milliarden Euro nötig.

 

Niels Hendrik Petersen
Keywords:
Power to Gas | Stromspeicher | Dena | Younicos | Maschinen- und Anlagenbau | Wasserstoff
Ressorts:
Governance | Technology

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