Energiehandel
23.03.2018

Weltweit größter Brauereikonzern setzt auf grünen Strom

Foto: iStock
Grünes Bier gibt es am St-Patrick's Day. Grünen Strom in den Brauereien auch an anderen Tagen.

Preis- und Planungssicherheit sind die Vorteile sogenannter Power Purchase Agreements. Nahrungs- und Genussmittelkonzerne wie Anheuser-Busch Inbev versorgen sich zunehmend über solche Verträge mit grünem Strom.

Power Purchase Agreements (PPAs) heißen langfristige Stromlieferverträge, die Unternehmen direkt mit Erzeugern beispielsweise von grüner Energie abschließen. Dem Informationsdienstleister Bloomberg New Energy Finance zufolge kauften Unternehmen im Jahr 2017 weltweit 5,4 Gigawatt sauberen Strom durch diese Verträge – ein neuer Rekord.

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Zuletzt unterzeichnete die australische Brauerei Carlton & United Breweries (CUB) einen direkten Liefervertrag mit einem grünen Stromproduzenten. Das Münchner Unternehmen BayWa r.e wird über seinen Solarpark in Mildura im australischen Bundesstaat Victoria jährlich 74.000 Megawattstunden an erneuerbare Energie an CUB liefern. Dies entspricht der Stromversorgung von 7.500 Haushalten.

Greenwashing mit grünem Strom

CUB gehört zum Brauerei-Konzern Anheuser-Busch Inbev (AB-Inbev) mit Sitz in Brüssel. Die weltweit größte Brauerei mit Biermarken wie Budweiser, Becks oder Corona verspricht, bis 2025 auf 100 Prozent erneuerbaren Strom umzustellen. Auch mit der italienischen Enel-Gruppe unterzeichnete AB-InBev bereits ein PPA über den Kauf von Strom aus einen Windpark im US-Bundesstaat Oklahoma.

Viele Unternehmen werben inzwischen mit ihren Umweltschutz-Maßnahmen. So lässt AB-InBev auf die Budweiser-Biere, die mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen gebraut wurden, ein entsprechendes Elektrizitätssymbol aufdrucken. Kritiker bezeichnen solche Maßnahmen, mit denen Unternehmen versuchen sich oder ihren Produkten einen grünen, sozialen oder nachhaltigen Anstrich zu geben, als Greenwashing.

Das betrifft auch Konzerne, die ansonsten nicht als besonders sozial oder nachhaltig gelten. Der Lebensmittelkonzern Nestlé hat im Februar in den USA eine Zusammenarbeit mit EDP ​​Renewables bekannt gegeben. EDP Renewables ist einer der größten Windenergieproduzenten der Welt. Unterschrieben wurde ein Stromabnahmevertrag mit einer Laufzeit von 15 Jahren. Rund 80 Prozent des Stroms für fünf Nestlé-Anlagen in Pennsylvania stellt der Erzeuger bereit. Auch Nestlé verspricht, langfristig 100 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Quellen zu beziehen.

Weniger Abhängigkeit von Preisschwankungen

Die Lieferverträge sind nicht nur interessant für die Nahrungs- und Genussmittelindustrie: Der schwedische Energiekonzern Vattenfall schloss beispielsweise ein PPA, um das Microsoft-Rechenzentrum nahe Amsterdam mit Strom aus dem Windpark Wieringermeer zu beliefern.

PPAs für erneuerbare Energien bieten einige Vorteile für die Unternehmen: So verringern sie die die Abhängigkeit von stark schwankenden Strom- und CO2-Preisen. Weitere Handelsmargen entfallen. Der Strom-anbieter profitiert durch die garantierte und sichere Stromabnahme. Längst können die Kosten für erneuerbare Energien außerdem mit denen für Strom aus konventionellen Kraftwerken mithalten. Der willkommene Werbeeffekt im Hinblick auf eine nachhaltige Markenbildung kommt für die Unternehmen hinzu.

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Carsten Kloth
Keywords:
Windenergie | Solarenergie | Energiehandel
Ressorts:
Markets

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