Russland
23.06.2016

Russland und Indien werden Energie-Partner

Foto: Indian Oil
Shri B. Ashok, Vorstands-Chef von Indian Oil, darf sich über einen lukrativen Vertrag mit dem russischen Ölförderer Rosneft freuen.

Beim Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg schwärmte Rosneft-Chef Igor Setschin von der „einmaligen unternehmerischen Kooperation zwischen Russland und Indien“ – und verkündete die Unterzeichnung mehrerer Verträge.

Russlands Präsident Wladimir Putin nutzte das diesjährige Internationale Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg, um sich als international begehrter Gesprächspartner zu präsentieren. Gleichzeitig sammelten die Energiekonzerne des Landes dringend benötigtes Geld ein.

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Während der Kreml in den vergangenen Jahren rhetorisch eine Hinwendung zu China als wichtigstem Partnerland propagierte, meldet sich dieses Mal Indien als neuer Partner zu Wort. Insbesondere der staatliche Ölförderer Rosneft konnte wichtige Verträge mit indischen Partnern zu Papier bringen. Demnach wird sich das indische Konsortium aus Oil India, Indian Oil und Bharat PetroResources  mit 23,9 Prozent am Wankor-Vorkommen in Sibirien beteiligen.

Bereits im Vorfeld des Forums hatte Rosneft den Verkauf von weiteren 15 Prozent am gleichen Vorkommen an die indische Gesellschaft ONGC Videsh Limited bekanntgegeben. Bei der Vertragsunterzeichnung sprach Rosneft-Chef Igor Setschin von einem neuen Niveau in den russisch-indischen Beziehungen. „Die heutige Vereinbarung wird eine einmalige unternehmerische Kooperation zwischen Russland und Indien schaffen“. Die Investitionssumme wurde bisher noch nicht bekannt gegeben. Branchenkenner gehen jedoch von einer Summe im Bereich von mehreren Milliarden US-Dollar aus.

 

BP investiert 300 Millionen Dollar

Die größten europäischen Energiekonzerne nutzten ebenfalls das Wirtschaftstreffen in Russlands zweitgrößter Stadt, um Investitionen in die russische Öl- und Gasbranche anzukündigen. So hat der langjährige Rosneft-Partner BP angekündigt, 300 Millionen Dollar in ein neues Joint Venture mit dem russischen Branchenprimus zu investieren. Die neue Gesellschaft Jermak Neftegaz wird sich auf geologische Erkundungsarbeiten in Westsibirien konzentrieren. Zuvor hatte BP bereits 20 Prozent an einem Rosneft-Vorkommen in Jakutien übernommen. „Die Investitionen zeigen, dass wir an unseren strategischen Investitionen und der langfristigen Partnerschaft mit Rosneft festhalten“, erklärte David Campbell, Russland-Chef von BP in Petersburg.

Rosneft-Konkurrent Gazprom präsentierte dagegen gemeinsame Pläne, mit Royal Dutch Shell in den kommenden Jahren ein Flüssiggas-Werk bei Petersburg aufzubauen. Von dort wollen die Partner den europäischen Flüssiggas-Markt aufmischen.

 

Linde bekommt Chance bei Flüssiggas

Russlands Energieminister Alexander Novak hat in den vergangenen Monaten stets bekräftigt, Russlands Marktanteil im Flüssiggas-Geschäft künftig ausbauen zu wollen. Bisher sind alle russischen Flüssiggas-Anlagen in Partnerschaft mit ausländischen Investoren entstanden – nicht zuletzt, weil Russland die nötige Kompetenz im Anlagenbau fehlt. 

Der größte private Gasförderer des Landes, Novatek, will das Problem mit deutscher Hilfe angehen. So hat Novatek ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft mit dem deutschen Analgenbauer Linde unterschrieben. Es sieht unter anderem vor, dass die zwei Unternehmen bei der Ausrüstung für die Flüssiggasherstellung in Russland arbeiten wollen. Beide Unternehmen hielten sich allerdings mit Details zurück. Leonid Mikhelson, Chef von Novatek, zeigte sich in einem anschließenden Statement lediglich erfreut über neue technische Möglichkeiten, die dadurch in Russland geschaffen würden.

Maxim Kireev
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