Klimawandel
11.11.2016

Nordsee: Meeresspiegel bereits 16 Zentimeter angestiegen

Foto: Ralf Roletschek / Wikimedia / CC BY-SA 3.0
Was Wattenmeer der deutschen Bucht wird zunehmend durch den Meerespiegel-Anstieg verändert werden.

Ein regionaler Klimabericht des Helmholtz-Zentrums zeigt die Auswirkungen einer bereits spürbaren Erderwärmung. In hundert Jahren werden es demnach nochmals bis zu 3,2 Grad mehr.

Lokale Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel brauchen Wissen über die konkreten Bedingungen und Erwartungen vor Ort. Ein nun vorgelegter Nordsee-Klimabericht des Helmholtz-Zentrums Geesthacht (HZG) zeigt, was sich bereits aufgrund der Erderwärmung verändert hat und wie es wahrscheinlich weitergehen wird. Demzufolge  liegt der durchschnittliche Meeresspiegel zwischen Ostfriesland und Südnorwegen bereits jetzt um gut 16 bis 20 Zentimeter höher als noch vor 100 Jahren.

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Innerhalb der nächsten hundert Jahre sei den HZG-Wissenschaftlern zufolge ein weiterer Meeresanstieg zwischen 30 und 100 Zentimetern sehr wahrscheinlich. Die in der Region bereits messbare Erwärmung der Luft folge dem globalen Trend. Allerdings zeige sie eigene saisonale und Jahrestrends. So war 2010 bis dato weltweit das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. „Im Nordseeraum war es im selben Jahr allerdings verhältnismäßig kühl“, sagt Markus Quante, Koordinator des HZG-Berichts. Entgegen dem weltweiten Trend lag die mittlere Jahrestemperatur im Nordseeraum fast ein halbes Grad unter dem langjährigen Mittel zwischen 1961 und 1990.

 

Sardinen ziehen nordwärts

„Diese Gegensätze verdeutlichen, wie wichtig der detaillierte Blick auf einzelne Gebiete ist, um regionale Besonderheiten ausfindig zu machen und zu verstehen“, so Quante. Ein möglicher Grund für die Erwärmung sei, dass die Tiefdruckgebiete im Winter zunehmend weiter nördlich ziehen, heißt es in dem Klimabericht. Damit könne der Weg für mehr warme Luft vom Mittelmeer freiwerden. 

Der Klimawandel bewirke deutliche Änderungen innerhalb der verschiedensten Ökosysteme im Nordseebereich. Die Verteilung und das Vorkommen vieler Tier- und Pflanzenarten wandele sich bereits jetzt, sagen die Forscher. Sardinen bewegen sich demnach in nördlichere Gebiete der Nordsee, Streifenbarbe und Wolfsbarsch weiten ihren Lebensraum in den Bereich nordwestlich von Norwegen aus. Viele Seen und Wasserflächen im Nordseegebiet reagierten besonders sensibel auf Klimaveränderungen. Höhere Temperaturen verkürzten die Eisbedeckungszeiten. Mehrere Spinnenarten, Wasserkäfer und Vögel sowie Insektenarten wie zum Beispiel Schmetterlinge werden sich nach Norden ausbreiten können, schätzen die Wissenschaftler.

Tim Lüdtke
Keywords:
Klimawandel | Nordsee | Meerespiegel | Studie | Anstieg | HZG
Ressorts:
Governance

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