Finance
05.12.2013

Neues Terrain

Fisker

Die Elektromobilität ist nicht nur ein Feld für die Autobauer. Sie lockt auch immer mehr Investoren aus anderen Branchen. Die brauchen vor allem eins: einen langen Atem.

Im Sanierungsgeschäft kennt sich Ingo Voigt aus. Der Hamburger Anwalt hilft dabei, kriselnde Mittelständler wieder fit zu machen. Autofirmen gehören normalerweise nicht dazu. Doch als ihm der Vizechef von Fisker, dem kalifornischen Hersteller elektrischer Sportwagen, sein Leid klagte, entschied Voigt nach kurzer Bedenkzeit: „Da können wir was tun.“ 

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Mit weiteren Partnern gab Voigt beim US-Energieministerium in Washington ein Gebot in Höhe von 30 Millionen US-Dollar für den zahlungsunfähigen Hersteller ab. Voigt wollte Fisker zu einem deutschen Unternehmen mit Produktion in den USA umbauen. Er sagt: „Die Elektromobilität ist die Zukunft, da tut sich sehr viel.“  

Im Bieterrennen unterlagen die deutschen Interessenten letztlich einer neu formierten internationalen Investorengruppe, der Hybrid Technology LLC. Zu ihr gehört Richard Li, Telekommunikationsunternehmer in Hongkong und Sohn des achtreichsten Mannes der Welt. Nach eigenen Aussagen wollen die neuen Eigner die Fisker-Technologie weiterentwickeln. Der Deal zeigt allemal, dass die Elektromobilität immer stärker auch branchenfremde Investoren lockt.

Den Platzhirschen Marktanteile abjagen

Die neuen Mobilitätsfinanziers setzen darauf, mit innovativen Ideen für elektrische Fahrzeuge den Platzhirschen der Branche ein paar Marktanteile abzujagen. Wie das funktionieren kann, macht seit einigen Jahren der ehemalige Internetunternehmer Elon Musk mit seinem Elektroauto-Start-up Tesla vor. 

Mit reichlich eigenem Geld, aber auch mit Fremdkapital etwa von Daimler oder Toyota, hat Musk das Unternehmen aus dem Boden gestampft. In diesem Jahr schrieb Tesla erstmals schwarze Zahlen. Der elektrische Edelsportwagen Model S findet reißenden Absatz, ist in Norwegen mittlerweile das meistverkaufte Auto überhaupt. 

Auch für die schwedische Traditionsmarke Saab kam die Rettung nicht aus der Auto-branche. Neuer Eigner ist die National Electric Vehicle Sweden (NEVS). Dahinter verbergen sich die Beteiligungsgesellschaft Sun Investment aus Japan und die Hongkonger National Modern Energy Holding, ein Betreiber von Solar- und Windkraftwerken. 

Saab, zuletzt im Besitz des niederländischen Sportwagenherstellers Spyker, musste 2011 Konkurs anmelden. Nach dem Kauf kündigte NEVS an, die Marke mit der Produktion von Elektroautos wiederbeleben zu wollen. Im September rollte dann allerdings erstmal eine Benzinversion des Saab 9-3 im schwedischen Trollhättan vom Band. Eine Elektrovariante soll im kommenden Jahr auf den Markt kommen. Derzeit verhandelt das Unternehmen mit Zulieferern, um die Produktion zum Jahresende wieder hochfahren zu können. 

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Dezember-Ausgabe von BIZZ energy today, erhältlich im gut sortierten Pressehandel oder bei unserem Leserservice unter +49 (0)40 41 448 478. 

 
Karsten Wiedemann
Keywords:
E-Mobilität | Banken und Finanzinvestoren | Finance | Tesla | Fisker
Ressorts:
Finance | Technology | Markets

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