Netzausbau
07.06.2016

Netzausbau verzögert sich weiter

Foto: Tennet, TransnetBW
Statt Freileitungen sollen die Stromkabel unter die Erde verlegt werden. Das führt zu Verzögerungen beim Netzausbau.

Laut einem neuen Bericht der Bundesnetzagentur sollen die Stromautobahnen erst 2025 in Betrieb genommen werden.

 

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Ursprünglich war die Fertigstellung der 620 Kilometer langen Stromautobahn von Schleswig-Holstein nach Baden-Württemberg für 2022 geplant, wenn die letzten Kernkraftwerke vom Netz gehen. Wie aus einem neuen Quartalsbericht der Bundesnetzagentur hervorgeht, verschiebt sich die Inbetriebnahme der sogenannten SuedLink-Leitung damit voraussichtlich um mindestens drei Jahre nach hinten. Grund für die Verzögerung sind laut Bundesnetzagentur die erforderlichen Neuplanungen.

Im Dezember vergangenen Jahres hatte die Bundesregierung ein Gesetz beschlossen, nach dem die Leitungen unter die Erde verlegt werden. Ursprünglich sollte der Strom über Strommasten aus dem Norden der Republik in den Süden gelangen. Der Kompromiss war notwendig, weil sich in der Bevölkerung massiver Widerstand gegen die überirdischen Leitungen gebildet hatte. 

Die Bonner Bundesnetzagentur sieht die Neuplanung dennoch positiv: "Erdkabel können uns helfen, die Akzeptanz für den Netzausbau zu vergrößern“, sagte eine Sprecherin gegenüber bizz energy. „Das Erdkabelgesetz verzögert den Netzausbau daher nicht, es macht ihn erst möglich."

 

Ehrgeiziger Zeitplan

Der Übertragungsnetzbetreibers Tennet bezeichnet auch das neue Zieldatum als „ehrgeizig“. Wenn der Zeitplan bis 2025 eingehalten werden solle, müssten die nötigen Genehmigungsverfahren zügig ablaufen, so eine Sprecherin. Gemeinsam mit dem baden-württembergischen Netzbetreiber TransnetBW verantwortet Tennet den Ausbau der Gleichstromleitung.  

Die Nord-Süd-Leitungen sollen den Strom aus den windreichen Regionen im Norden in den Süden der Republik transportieren. Auch der Korridor A, eine Leitung aus dem niedersächsischen Emden Ost nach Ostenrath in Nordrhein-Westfalen wird laut Bericht erst 2025 fertig. 

 

Jana Kugoth
Keywords:
Netzausbau | Bundesnetzagentur | Tennet | Suedlink | Stromtrasse
Ressorts:
Governance

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