Steigende Meeresspiegel
03.03.2017

Klimawandel: Hamburg drohen Millionenschäden

Foto: Wikipeidia/CC BY-SA 3.0
Die überfluteten Marco-Polo-Terrassen in Hamburg im Dezember 2013.

Eine aktuelle Studie warnt: In Folge von Unwettern entstünde in der Stadt an der Elbe ab 2030 ein jährlicher Schaden von 65 Millionen Euro – Tendenz steigend.

Weihnachten setzte eine Sturmflut den Hamburger Hafen teilweise unter Wasser. Straßen wurden überflutet, Trümmerteile flogen herum.

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Solche Ereignisse könnten sich in Zukunft häufen – und Millionenschäden verursachen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie vom Basque centre for climate change, die im Wissenschaftsmagazin Fronteris Marine Science erschienen ist. In Hamburg könnten die Folgekosten des Klimawandels demnach ab 2030 jährlich bei knapp 65 Millionen Euro liegen. Bis 2100 könnten die Summe gar auf 738 Millionen Euro pro Jahr steigen.

Die Autoren der Studie „Climate Risk Assessment under Uncertainty: An Application to Main European Coastal Cities“ haben die ökonomischen Folgen für 19 europäische Küstenstädte berechnet, darunter Rotterdam, London, Hamburg, Barcelona, Dublin, St. Petersburg, Istanbul, Marseille und Kopenhagen.

Ihren Analysen legten die Wissenschaftler das Business-As-Usual-Szenario des Weltklimarates (IPCC) zu Grunde. Das Szenario geht davon aus, dass die weltweiten Treibhausgasemissionen wie bisher weiter steigen.

Rotterdam und Istanbul besonders gefährdet

Die Berechnungen der spanischen Forscher basieren auf finanzwirtschaftlichen Modellen, wie sie beispielsweise Versicherungen verwenden. Dadurch konnte das Team um Klimaforscherin Elisa Sainz de Murieta nach eigenen Angaben erstmals Unsicherheiten einbeziehen, sogenannte „Tail Risks“ (zu Deutsch: Grenzrisiken) wie Tornados oder Sturmfluten.

Insgesamt könnten sich die durch den steigenden Meeresspiegel entstehenden Schäden in den untersuchten Städten bis 2030 auf 1,14 Milliarden Euro jährlich summieren, lautet das Ergebnis der Studie. Besonders treffen wird es Rotterdam, heißt es. In der zweitgrößten niederländischen Stadt wird der Anstieg des Meeresspiegels in 13 Jahren voraussichtlich Schäden in Höhe von 228 Millionen Euro pro Jahr verursachen, ähnliche Prognosen gelten für Istanbul, St. Petersburg und Lissabon. Bis 2100 erwarten die Autoren in Istanbul sogar Klimafolgeschäden in Höhe von 10 Milliarden Euro jährlich.

Die Ergebnisse sind deshalb bedeutsam, weil weltweit rund zwei Drittel aller Großstädte und Metropolen nur knapp über dem Meeresspiegel liegen. Jeder zehnte Mensch lebt also in von Fluten und Stürmen bedrohten Gebieten.
Um schwerwiegende Zerstörungen und große finanzielle Verluste zu vermeiden, müssten Bürgermeister, Lokalpolitiker und nationale Regierungen die Risiken von Fluten und Tornados deshalb berücksichtigen, drängen die Studienautoren.

Jana Kugoth
Keywords:
IPCC | Küste | Klimawandel | Meeresspiegel | Klimafolgeschäden | Hamburg
Ressorts:
Governance

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