Thyssen-Krupp
03.12.2013

Kapitaldusche für angeknockten Industrieriesen

Nach Milliarden-Verlusten verschafft sich Thyssen-Krupp mit der Ausgabe neuer Aktien etwas Luft. Allerdings verliert die mächtige Krupp-Stiftung durch den Deal die Sperrminorität. Das könnte Folgen für die Zukunft des Unternehmens haben.

Der Stahlriese Thyssen-Krupp hat heute mit der Emission von 51,5 Millionen neuer Aktien sein Grundkapital um zehn Prozent erhöht. Die Aktien wurden zu je 17,15 Euro bei internationalen institutionellen Investoren platziert, der Bruttoerlös lag bei knapp 900 Millionen Euro. Der angeschlagene Konzernriese will mit der Ausgabe der neuen Aktien sein Eigenkapital stärken und Schulden von zuletzt fünf Milliarden Euro abbauen.

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Die Krupp-Stiftung habe keine neue Aktien gezeichnet und dadurch ihre Sperrminorität von mindestens 25 Prozent Aktien verloren, berichtet Spiegel Online. Dadurch sei nun eine feindliche Übernahme oder gar eine Zerschlagung des Konzerns möglich. 

Milliardenverlust bei Thyssen-Krupp

Am Wochenende musste Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Verlust von 1,5 Milliarden Euro bekanntgegeben. Am gestrigen Montag war der Aktienkurs daraufhin massiv eingebrochen, um ganze acht Prozent auf knapp über 17 Euro. Schuld an der Misere sind insbesondere zwei verlustreichen Stahlwerke in den USA und Brasilien. 

Erst vor wenigen Tagen konnte Thyssen-Krupp zumindest den Verkauf des US-Werkes im Bundesstaat Alabama bekanntgeben. Für 1,1 Milliarden Euro soll es an ein Konsortium unter Führung von Arcelormittal und Nippon Steel gehen.

 

Daniel Seeger
Keywords:
Thyssen-Krupp | Heinrich Hiesinger | Maschinen- und Anlagenbau
Ressorts:
Finance | Markets

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