Pariser Abkommen
06.06.2017

Kalifornien und China schmieden Klima-Allianz

Foto: Ca.gov
Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown (links) bei einem Treffen mit dem Behördenleiter der Provinz Sichuan in Chengdu. Sie wollen ihre regionale Klimapartnerschaft ausweiten.

Nach dem Austritt von Präsident Donald Trump aus dem Pariser Abkommen wollen der US-Bundesstaat und China die Lücke füllen.

Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown treibt den Klimaschutz auch nach der Entscheidung des Weißen Hauses gegen das Pariser Abkommen weiter voran. Bei einem Besuch in China am Wochenende verkündete er, dass sein Bundesstaat und das chinesische Ministerium für Wissenschaft und Technologie bei Clean-Energy-Technologien wie Kohlenstoffabscheidung und -Speicherung (CSS) sowie beim Emissionshandel zur Reduzierung von Klimagasen kooperieren wollen.

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Zuvor hatte Brown die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, aus dem Abkommen auszutreten, als „verrückt“ bezeichnet. China will – wie die meisten anderen Staaten auch – weiter an der Vereinbarung zur Reduzierung der Erderwärmung festhalten. Mehr als 1.000 Städte, Bundesstaaten und Unternehmen in den USA, angeführt von New Yorks früherem Bürgermeister Michael Bloomberg, haben angekündigt, die Klimaziele auch ohne die Trump-Regierung einhalten zu wollen.

"Die Welt unternimmt nicht genug"

Kaliforniens Gouverneur sagte am Dienstag laut der Nachrichtenagentur Reuters in Peking, dass die Führung der USA „nur vorübergehend“ scheitere und dass die Wissenschaft und der Markt dies überwinden müssten. Die Welt unternehme nicht genug, um den Klimawandel zu stoppen, sagte Brown. „Wir sind auf dem Weg in eine sehr negative und katastrophale Zukunft, wenn wir das Tempo des Wandels nicht erhöhen.“

Kalifornien ist Klima-Vorreiter in den Vereinigten Staaten: Der Bundesstaat verabschiedete vergangene Woche ein Gesetz, wonach bis zum Jahr 2045 sämtliche Energie aus erneuerbaren Quellen stammen muss. Zudem stieg Kalifornien bereits 2012 als erster US-Bundesstaat in den Emissionshandel einn. Jerry Brown zufolge ist im Gespräch, Chinas neuen Emissionshandel mit dem Kaliforniens zu verlinken. Das Reich der Mitte ist dabei, Solar- und Windenergie im Rekordtempo auszubauen, setzt allerdings auch auf Atomkraft als „saubere“ Energiequelle.

Auch die Europäische Union sucht nach Verbündeten jenseits der US-Regierung, um das Pariser Abkommen zu retten. Aus Sicht von Wissenschaftlern wie Professor Hermann Ott vom Wuppertaler Institut für globale Nachhaltigkeitsstrategien ist das die richtige Taktik, um den Schaden fürs Klima möglichst gering zu halten. „Deutschland und die EU sollten jetzt versuchen, sehr viel stärker mit proaktiven Akteuren etwa auf Ebene der US-Bundesstaaten zusammen zu arbeiten“, sagt Ott. „Der Vorteil wäre, dass solch ein Club nicht auf das bisher angewendete Konsensprinzip angewiesen sein müsste und so geschützt wäre vor etwaigen Sabotageversuchen der US-Regierung.“

Jutta Maier
Keywords:
Klimaabkommen | Paris | China | Kalifornien | Emissionshandel
Ressorts:
Governance | Technology

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