Photovoltaik
26.10.2016

Garantierter Gewinn vom Dach

Foto: DutchScenery / iStock.com
Der optimale Neigungswinkel eines Solarmoduls ist im Norden höher als im Süden.

Eine Photovoltaik-Anlage lohnt auch rein ökonomisch betrachtet. Fallende Batteriepreise dürften die Renditen künftig sogar noch erhöhen.

Zuerst die schlechte Nachricht: Die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) garantierten Einspeisevergütungen für PV-Dachanlagen bis 10 Kilowatt kappte die Bundesregierung seit 2008 um 74 Prozent auf nur noch 12,3 Cent pro Kilowattstunde. Jetzt die gute: Auch Module sind dramatisch billiger geworden. Die Kosten für ein Kilowatt Photovoltaik auf dem Dach inklusive Modulen, Wechselrichter, Kabel, Ständerwerk und Installation sackten seit 2008 von 4.200 auf rund 1.750 Euro. Unter dem Strich lohnt das Investment auch rein monetär betrachtet nach wie vor. Vom Wohlfühl-Effekt mal ganz abgesehen.

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Wie hoch ist die Rendite genau? Das hängt – unter anderem – von der Lage ab.  Die Stromausbeute steigt mit höherer Sonneneinstrahlung, wobei der deutsche Norden nicht durchweg im Nachteil ist. Teile der Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern und die Insel Rügen stellen selbst Regionen im sonnenverwöhnten Bayern in den Schatten.  Hinzu kommt: Kühler Ostseewind hält die Module auch bei intensiver Sonne auf niedriger Temperatur – und steigert so die Stromausbeute. Ein wichtiger Hebel für die Wirtschaftlichkeit der PV-Anlage ist auch der Eigenverbrauch des Ökostroms: Je höher, desto besser; steigende Strompreise vergrößern die Spareffekte. 

 

Tipp: Noch 2016 ans Netz gehen

Exemplarisch hat bizz energy RESEARCH Dachanlagen mit monokristallinen Silizium-Modulen in Hamburg und München analysiert. Standorte am Alpenrand oder auf Rügen steigern die Rendite. Allerdings sinkt sie, wenn die Module nicht südlich ausgerichtet sind. Auch Verschattung durch Schornsteine und Bäume drückt die Stromausbeute: Weil Module in Reihe geschaltet werden, sackt die Ausbeute auf das Niveau des am meisten verschatteten oder verdreckten Moduls.

Eine Dachanlage, die 2016 ans Netz geht, kann durch eine Hausbatterie künftig noch lukrativer werden. Etwas Geduld ist ratsam: Derzeit sinken die Preise für Lithium-basierte Batterien quasi jeden Monat. Und eine spätere Nachrüstung der Anlage per Speicher ist jederzeit möglich. Eine Münchner PV-Dachanlage, die 2016 ans Netz geht und 2020 nachgerüstet wird, bringt über die gesamte Laufzeit gerechnet pro Jahr 5,1 Prozent Rendite – statt 4,2 Prozent ohne Nachrüstung. In unserer Modellrechnung hebt der Speicher den Eigenverbrauch des Solarstroms von 25 auf 65 Prozent.

Unser Tipp: Die PV-Anlage sollte noch 2016 ans Netz gehen, um die aktuellen EEG-Vergütungen für 20  Jahre zu sichern. Um das Jahr 2020 kann man die Anlage dann nachrüsten. Dieses Jahr ist es für den Batteriekauf definitiv noch zu früh. Der würde die Rendite der Gesamtanlage sogar drücken. 

Die Redaktion
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Photovoltaik | Solarenergie | Ressearch | Photovoltaik-Anlagen | Speicher | Batterien | Solarmodule | Solarpaneele | EEG | Erneuerbare-Energien-Gesetz
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Kommentare

Es gibt ja EEG-Vergütung für 20 Jahre plus das Inbetriebnahmejahr. Daher ist eine Inbetriebnahme der PV-Anlage Anfang 2017 wohl wirtschaftlich wesentlich sinnvoller! Denn das bedeutet insgesamt 21 Jahre feste EEG-Vergütung für den PV-Strom der nicht selbst genutzt werden kann.

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