Digitalisierung
04.10.2017

EWF startet Blockchain-Netzwerk für Energiesektor

Foto: iStock/NicoElNino
Die Blockchain-Technik arbeitet mit einer Kette von verschlüsselten Blöcken.

Die globale Non-Profit-Organisation EWF hat ein Testnetzwerk ihrer Blockchain ins Leben gerufen. Das öffentliche Netzwerk steht grundsätzlich allen Anwendern im Energiebereich zur Verfügung.

Ziel der Energy Web Foundation (EWF) ist es, mit Hilfe der Blockchain-Technik die Effizienz im Energiegeschäft zu steigern und neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen, um den Einsatz von Energieressourcen, insbesondere erneuerbaren Energien, zu verbessern.

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Bei der Blockchain handelt es sich grundsätzlich um eine dezentrale Datenbank, die kontinuierlich alle Transaktionen lückenlos und in ihrer Reihenfolge unveränderbar in einer Kette an Datenblöcken aufzeichnet. Dadurch entfallen beispielsweise aufwendige Vorgänge wie buchhalterische Abstimmung und Abrechnung.

Netzwerk steht allen offen

Die neue Testplattform, bestehend aus EWF-Blockchain und Schicht für Anwendungsdienste, ist als öffentliches Netzwerk aufgebaut. Die Open-Source-Technologie steht damit sowohl kommerziellen als auch nichtkommerziellen Blockchain-Anwendungen im Energiesektor zur Verfügung. „Der EWF-Blockchain-Client wird unter der GPL V3-Lizenz grundsätzlich offen sein“, sagt Ewald Hesse, Geschäftsführer von Grid Singularity und Vizepräsident der Energy Web Foundation. „Der Quellcode steht der Öffentlichkeit ab dem 1. November zur Verfügung, wobei kontinuierlich Verbesserungen hinzugefügt und Entwicklungen im EWF Wiki veröffentlicht und auf den jährlichen Gipfeltreffen des Event Horizon präsentiert werden.“
 
Das Testnetzwerk mit dem Codenamen Tobalaba ermöglicht es, Transaktionen nach einer gemeinsam vereinbarten Governance-Struktur zu validieren. Erste Tester, die beispielsweise geschäftsrelevante Daten wie Abrechnungen über diese Blockchain laufen und prüfen lassen können, sind die EWF-Partner Singapur Power Group, Engie und Shell zusammen mit den EWF-Gründern Grid Singularity, Rocky Mountain Institute und den Implementierungspartnern Parity Technologies, Brainbot AG und Slock.it.

Grundlage ist die Ethereum-Blockchain
  
Die EWF-Blockchain basiert auf der Blockchain-Plattform Ethereum, die für Anwendungen im Energiesektor als geeignet gilt. Die neu entwickelten Berechtigungsfunktionen ermöglichen Positivlisten von Verträgen (Smart Contracts) und Identitäten, die die Standardisierung und die Sicherung in einem ansonsten offenen Netzwerk erleichtern. Ein weiteres wichtiges Ziel ist es, eine möglichst hohe Anzahl von Transaktionen zu ermöglichen.
 
Die EWF ist eine Non-Profit-Organisation, die globale Anwendungen der Blockchain-Technik im Energiesektor fördert. Durch ihre Energy Web Platform will sie einen Marktstandard entwickeln, der die Interoperabilität sicherstellt, die Kosten und die Komplexität senkt, die derzeit verteilten Blockchain-Initiativen gemeinsam ausrichtet und die Technologie-Einbindung durch einfach zu implementierende Anwendungen ermöglicht.

Carsten Kloth
Keywords:
Blockchain | EWF | Energy Web Foundation
Ressorts:
Technology

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