Frage des Monats
19.10.2015

"Eine 'Bad Bank' wäre ein 'Bad Deal' für die Gesellschaft

foto: DIW
Prof. Claudia Kemfert

„Müssen die Atomrückstellungen in öffentliche Hand?", lautet im Oktober die Frage des Monats von BIZZ energy today. Prominente Energieexperten haben geantwortet.
Lesen Sie hier die Antwort von Energieökonomieprofessorin Claudia Kemfert vom DIW Berlin.

 

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Ja. Die Atomkonzerne haben über Jahrzehnte Subventionen zum Bau und Erhalt der Atomkraftwerke erhalten und dann gute Gewinne mit abgeschriebenen Kraftwerken erwirtschaftet. Sollten die Atomkonzerne nun nicht mehr in der Lage sein, diese hohen Kosten über die kommenden Jahrzehnte decken zu können, droht der Gesellschaft ein Kosten-Berg, für den sie allein aufkommen muss. Zwar haben die Konzerne Rückstellungen in Höhe von 38 Milliarden Euro gebildet, doch zum einen stellt sich die Frage, wie sicher diese Rückstellungen in turbulenten Zeiten sind. Zum anderen muss beantwortet werden, wer die zusätzlichen Kosten tragen würde, sollten die realen Kosten die geschätzten übersteigen. Die Konzerne selbst hätten nichts gegen eine Auslagerung der Kosten einzuwenden, würden gern eine Atomstiftung unter privatwirtschaftlicher Aufsicht gründen, welche sie von weiteren Verantwortungen befreit.  Eine derartige „Bad Bank“ wäre jedoch für die Gesellschaft ein „Bad Deal“, da der Staat weder die Expertise für Atomrückbau und -müll besitzt noch für die restlichen Kosten haftbar gemacht werden sollte und könnte. Geeigneter wäre die Einrichtung eines öffentlich-rechtlichen Fonds mit Nachschusspflicht, der die Gelder sichert und so die Gefahren der Kostenabwälzung für die Gesellschaft geringer werden lässt.

 

Claudia Kemfert
Keywords:
Frage des Monats | DIW Berlin | Atomrückstellungen | Atomausstieg | Energieversorger | Bad Bank | Atomrückbau
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