Studie
07.02.2017

Digitalisierung: Deutsche Versorger schneiden schlecht ab

Foto: sitcokphotos/mraybin
Im Zuge der Digitalisierung sollen Smart Meter die alten Ferrariszähler ersetzen.

Risiko oder Chance? Eine neue Umfrage unter Energie- und Wasserversorgern zeigt: Topmanager und Führungskräfte sind in puncto Digitalisierung zwiegespalten.

Noch immer hinken deutsche Versorger bei der Digitalisierung hinterher. Das ist das Ergebnis einer druckfrischen Studie des Beratungshauses Rödl und Partner mit Hauptsitz in Nürnberg. Ein Drittel der Führungskräfte sei sich demnach der digitalen Transformation zwar bewusst, habe jedoch noch keinen klaren Fahrplan, wie darauf zu reagieren sei, heißt es darin.

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Für die Studie haben die Autoren im vergangenen Herbst die Antworten von 128 Unternehmenschefs und Führungskräften ausgewertet. Befragt wurden sowohl Vertreter kleiner Versorger mit weniger als 50 Angestellten als auch große Firmen mit mehr als 200 Mitarbeitern.
Den Status Quo beschreiben die Autoren wie folgt: Nur jedes vierte Unternehmen habe mehr als die Hälfte seines Geschäfts digitalisiert. Ein Großteil der Befragten legt laut Studienautoren eine abwartende Haltung an den Tag. Nur bei einem Drittel der Befragten steht das Thema ganz oben auf der Agenda.

Das überrascht, denn andererseits glaubt die Mehrheit der befragten Topmanager: Die Digitalisierung wird ihre Geschäftsmodelle auf den Kopf stellen – und erfordert dementsprechend eine Anpassung ihres aktuellen Angebots.

„Obwohl 70 Prozent der Energieversorger der Digitalisierung künftig eine große Bedeutung beimessen, beobachten wir erheblichen Nachholbedarf bei der Umsetzung“, kommentiert Anton Berger, Leiter Energiewirtschaft bei Rödl und Partner und einer der Studienautoren. Insbesondere kleine Unternehmen hätten Nachholbedarf. 

Als Treiber neuer Geschäftsmodelle sehen die Befragten die E-Mobilität, intelligente Netze und Messstellen sowie das vernetzte Zuhause. Die Auswertung großer Datenmengen (Big Data) und die Telekommunikation sind indes kaum ein Thema. 

Doch nicht alle Führungskräfte glauben, dass die Digitalisierung tatsächlich neue  Geschäftsmodelle hervorbringen wird. Nicht einmal ein Drittel der Befragten rechnet damit, dass im Zusammenhang mit der Digitalisierung tatsächlich neue Produkte und Dienstleistungen entstehen werden.

Die Redaktion
Keywords:
Digitalisierung | Stadtwerke | Energieversorger | E-Mobilität
Ressorts:
Markets | Community

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