Fracking in den USA
02.03.2016

Clinton will "sicheres" Fracking als Übergangsenergie

foto: deposit

Die Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Hillary Clinton setzen unisono auf das umstrittene Verfahren zur Förderung von Gas und Öl. Dabei sorgt das Thema Fracking in den USA zunehmend für hitzige Diskussionen.

 

Anzeige*

Hillary Clinton und Donald Trump haben am Super-Tuesday das Rennen gemacht, wahrscheinlich werden sie bei der Präsidenten-Wahl im November gegeneinander antreten. Doch wie sehen eigentlich die Pläne der beiden Favoriten um das Präsidentschaftsamt zum Fracking von Öl und Gas aus?

Sowohl unter der Demokratin Clinton als auch unter dem Republikaner Trump wird in den USA das Förderverfahren wohl weiter zum Einsatz kommen. Clinton will laut Wahlprogramm zwar auf lange Sicht weg von fossilen Energien, bezeichnet Erdgas jedoch als „nützliche Brücke“ dorthin.

In Trumps Programm findet das Thema keine besondere Erwähnung, er ist jedoch bekennender Unterstützer. 2012 twitterte der Multi-Milliardär: „Fracking wird die USA energiewirtschaftlich unabhängig machen. Bei einem weiter sinkenden Erdgaspreis kann uns das zu einem enormen Vorteil verhelfen.“

 

Clinton steht wegen ihrer Unterstützung des Frackings in der Kritik

Clinton war zuletzt von ihrem Rivalen Bernie Sanders heftig für ihre positive Haltung zum Fracking angegriffen worden. „Hillary Clinton unterstützt Fracking. Ich nicht“, schrieb er in einer Fundraising-Email. Insbesondere kritisierte er die Favoritin der Demokraten für ihren Abstecher von ihrer Wahlkampftour in Iowa zu einer Spendengala in Philadelphia. Organisiert worden war die von dem Hedgefonds Franklin Square Capital, der in Ölförder- und Frackingfirmen investiert ist. Sanders rügte, Clinton nehme „Geld von jenen, die von der Zerstörung des Planeten profitieren“. 

Interessant: Sanders trumpfte gegen Clinton am Dienstag in genau jenen Staaten auf, in denen er mit seiner Anti-Position gegen Fracking und den Ausbau der Keystone-Pipeline geworben hatte. Zum Beispiel in Oklahoma, einem der republikanischsten Staaten der USA, wo sich zunehmend Widerstand gegen die Folgen von extensivem Fracking regt. Die Zahl der Erdbeben stieg dort im vergangenen Jahr dramatisch auf über 600. Seismologen zufolge sind sie das Resultat von Fracking-Abwässern, die in mehrere hundert Meter tiefe Bohrlöcher eingespeist werden. Hydraulic fracturing wird in Oklahoma seit gut zehn Jahren in großem Stil praktiziert.

 

Die Ex-Außenministerin lobt Gas als Brückentechnologie

Doch Clinton will nicht von dem Verfahren lassen, bei dem mit Chemikalien durchsetztes Wasser unter hohem Druck in tiefes Gestein gepresst wird. Mitte Februar präsentierte sie einen Plan, in dem sie sich für eine sichere Erdgas-Förderung ausspricht. „Im Inland produziertes Gas kann eine wichtige Rolle beim Übergang zu einer sauberen Energiewirtschaft spielen“, heißt es dort, wenn dies „sicher und verantwortungsvoll“  geschehe. So will sie etwa dafür sorgen, dass löchrige Gaspipelines repariert werden, durch die das schädliche Klimagas Methan in die Atmosphäre gelangt.

Im Gegensatz dazu hatte Clinton noch Anfang Februar am Rande einer Veranstaltung gesagt, die Förderung fossiler Brennstoffe, Erdgas inklusive, auf öffentlichem Land verbieten zu wollen. Von dem Statement gibt es sogar eine wackelige Handy-Aufnahme auf Youtube.

Fest steht: Als Außenministerin hatte Clinton das Fracking weltweit beworben – mit dem Ziel, die Erderwärmung zu reduzieren und die Abhängigkeit verbündeter Staaten von russischen Öl- und Gaslieferungen zu beenden. So brachte sie etwa die bulgarische Regierung dazu, ein gegen den Ölriesen Chevron ausgesprochenes Fracking-Verbot wieder aufzuheben.

Bei den Republikanern ist Donald Trump zwar derjenige Kandidat, der sich bisher am wenigsten konkret zum Fracking geäußert hat. Allerdings versuchte er vor nicht allzu langer Zeit, den Governeur des Bundestaates New York, Andrew Cuomo, davon zu überzeugen, Fracking zu erlauben. Cuomo werde seine ablehnende Haltung zu dem Verfahren ändern, weil er, Trump, es erwähnt habe, soll der Präsidentschaftsanwärter  2014 gesagt haben. Damit lag er jedoch falsch: Ein paar Monate später verbot New York als einer der ersten US-Bundesstaaten das Fracking. 

 

Jutta Maier
Keywords:
Hillary Clinton | Donald Trump | USA | Fracking | Super Tuesday | Erdgas
Ressorts:
Governance

Neuen Kommentar schreiben

 

bizz energy Juni 2017

Die neue bizz energy gibt es ab sofort am Kiosk oder bei unserem Abonnentenservice unter bizzenergy@pressup.de.

 
 

bizz energy Research

Individuell zugeschnittene Studien
und differenzierte Analysen sowie
kurze Reports.


Aktuelle Angebote:
» Jetzt anmelden zur 3. Runde unserer Ausschreibungssimulation Wind Onshore
» Zum Kostenbenchmarking Wind Onshore


MEHR INFORMATIONEN HIER

 
 

bizz energy Veranstaltungen