Auktionen
29.07.2016

Bessere Chancen für Bürgerenergie

Foto: Wikipedia / EnergieAgentur NRW / CC BY 2.0
Bürgerwindparks wie dieser in Ostwestfalen werden von Anwohnern mit geplant.

Durch die EEG-Novelle setzen Energieunternehmen verstärkt auf Dienstleistungen für Bürger-Windparks. Jüngstes Beispiel: Greenpeace Energy.

Der Versorger Greenpeace Energy startet ein neues Angebot für Bürgerwindparks. Mit den neuen Beratungs- und Finanzierungsdienstleistungen wollen man es Anwohnern ermöglichen, erfolgreich an den ab 2017 gesetzlich vorgeschriebenen Ausschreibungen teilzunehmen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. 

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Über die Tochter Planet Energy will die Firma die Finanzierungsrisiken in der risikoreichen Gebotsphase von Bürgerenergie-Projekten übernehmen. Für die Übernahme von Planungs- und Genehmigungskosten stünden weit über zehn Millionen Euro zur Verfügung, sagte Sönke Tangermann, Vorstand von Greenpeace Energy, in Berlin.

 

Hunderttausende Euro Vorlaufkosten

Mit der jüngsten Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes werden neue Ökostrom-Anlagen nur noch gefördert, wenn sie bei Ausschreibungen Zuschläge für die günstigsten Gebote erhalten. Für jedes Windrad entstehen allerdings nach Angaben der Fachagentur für Windenergie an Land schon in der Planungsphase Kosten von rund 95.000 Euro, für die Genehmigung nochmals etwa 75.000 Euro.

Mit diesen Ausgaben müssen Investoren in Vorleistung gehen. Bekommt das Projekt bei den Auktionen keinen Zuschlag, ist das Geld weg. Kritiker befürchten deshalb, dass Bürgerenergie-Genossenschaften bei den neuen Ausschreibungen nur geringe Chancen haben und die Akzeptanz neuer Windparks leidet. Die Bundesregierung hat deshalb für Bürgerenergie-Projekte verschiedene Erleichterungen ins EEG eingebaut. Beispielsweise müssen sie noch keine aufwändige Genehmigung vorweisen, wenn sie sich an einer Ausschreibung beteiligen.

 

Beratung zur Gebotsstrategie

Mit den Verbesserungen im EEG seien aber längst nicht alle Bürgerenergie-Projekte ihre Sorgen los, sagte Tangermann. Das Angebot von Greenpeace Energy trage dazu bei, Risiken zu streuen, wenn Windparks nicht gebaut werden. Das Unternehmen werde Genossenschaften außerdem zur Gebotsstrategie beraten. Greenpeace Energy könne beispielsweise analysieren, für wie viele andere Windparks an welchen Standorten Genehmigungen vorliegen, erklärte Tangermann. Daraus kann das Unternehmen beispielsweise Rückschlüsse ziehen, zu welchen Preisen andere Unternehmen bieten und ob sich für eine Genossenschaft die Teilnahme an einer Auktionsrunde lohnt.

Es ist damit zu rechnen, dass zahlreiche andere Energieunternehmen ähnliche Dienstleistungen anbieten werden, beispielsweise Stadtwerke. Wie viel Greenpeace Energy an seinem Angebot verdient, ließ das Unternehmen nicht durchblicken. Man erwarte eine „moderate Verzinsung“, sagte Tangermann. Falls das Projekt nicht gebaut werde, entstünden der Bürgerenergie-Gesellschaft keine Kosten.

Manuel Berkel
Keywords:
Bürgerenergie | Bürgerwindpark | Greenpeace Energy | Planet Energy | EEG 2017 | Auktionen | Ausschreibungen | Windenergie | Solarenergie
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