Testlauf in Thailand
29.09.2017

Baukonzern Max Bögl erprobt mobiles Werk für Windkraft-Türme

Foto: Creative Commons/Peter Honeder
Das Innere des Turms einer Windkraftanlage.

Während in Deutschland die Nachfrage stagniert, errichtet der Baukonzern Max Bögl sein erstes mobiles Werk für Windkraftanlagen-Türme in Thailand.

Im erst vor drei Jahren in Betrieb genommenen Max-Bögl-Werk am Nord-Ostsee-Kanal ruht die Produktion. Der Baudienstleister – mit seiner Tochter Max Bögl Wind spezialisiert auf Türme für Windkraftanlagen – hat wegen mangelnder Auslastung Kurzarbeit für die 200 Beschäftigten angeordnet.

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Unterdessen gehen im Güterbahnhof von Nürnberg seit Wochen täglich zehn Container des Unternehmens mit Komponenten für ein mobiles Türme-Werk auf die Reise nach Thailand. Mit seinem Drang ins Ausland liegt das bayerische Unternehmen im Trend: Während Windkraftanlagenhersteller in Deutschland wegen mangelnder Auslastung und ungewisser Marktaussichten beginnen, Stellen zu streichen, sehen sich ihre Zulieferer nach Wachstumsmöglichkeiten jenseits des Heimatmarkts um. (Lesen Sie auch: Riesenrotoren sollen Windparks rentabel halten)

Von Sengenthal nach Huai Bong

Bis Mitte November will Max Bögl mehr als 3000 Tonnen Baumaterial über Rotterdam nach Thailand verschiffen. Im Februar 2018 soll in dem mobilen Werk bei Huai Bong nordöstlich von Bangkok die Fertigung von Türmen für zwei lokale Windparks mit insgesamt 207 Megawatt Leistung beginnen. Die Vorprodukte für die Herstellung der Betonsegmente will das Unternehmen aus Sengenthal in der Oberpfalz in Thailand einkaufen. Nach einem Baukastensystem zusammengefügt, sollen die dort von entsandten und einheimischen Beschäftigten produzierten Türme aus Beton und Stahl Nabenhöhen von bis zu 180 Metern erreichen.

Komponenten des mobilen Werkes für Windkraft-Türme werden in der Oberpfalz
verladen. Foto: Max Bögl
Das Prinzip des mobilen Türme-Werks ist theoretisch weltweit anwendbar und kann die Abhängigkeit des Unternehmens vom deutschen und europäischen Markt verringern. Ist ein Auftrag abgearbeitet, kann Max Bögl die Fabrik zerlegen, verpackten und an einen anderen Ort verlegen, an dem Türme gebraucht werden.

Auftragseinbruch befürchtet

Die Windbranche in Deutschland fürchtet einen Auftragseinbruch in den beiden kommenden Jahren. In den seit Anfang 2017 laufenden Ausschreibungen für Windparkprojekte haben vor allem Bürgerwindgesellschaften Zuschläge erhalten. Bei vielen ist nach Einschätzung von Branchenkennern ungewiss, ob und wann sie ihre Windparks wirklich errichten. Windkraftanlagenhersteller und ihre Zulieferer sondieren unter anderem deshalb neue Auslandsmärkte in Asien, Lateinamerika, Afrika und Osteuropa.

Christian Schaudwet
Keywords:
Max Bögl | Windenergie | Windkraftanlage | Thailand
Ressorts:
Markets

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